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Genehmigungspflicht bei Baumfällungen – wann darf ein Baum gefällt werden?

16. März 2026

Ein Baum im eigenen Garten steht für gewachsene Struktur, Schatten und Lebensqualität – doch manchmal wird er zum Problem. Vielleicht ist er krank, wirft zu viel Schatten, gefährdet Gebäude oder steht einem Bauvorhaben im Weg. Spätestens dann stellt sich die entscheidende Frage: Wann ist eine Baumfällung genehmigungsfrei – und wann ist die Baumfällung genehmigungspflichtig?

Viele Grundstückseigentümer gehen davon aus, dass sie über Bäume auf ihrem eigenen Grundstück frei verfügen dürfen. Tatsächlich greifen jedoch je nach Kommune, Bundesland, Baumart und Stammumfang unterschiedliche gesetzliche Regelungen. Auch der richtige Zeitpunkt spielt eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, wann ein Baum gefällt werden darf.

Warum gibt es eine Genehmigungspflicht bei Baumfällungen?

Bäume erfüllen wichtige ökologische Funktionen: Sie verbessern das Mikroklima, speichern CO₂, bieten Lebensraum für Tiere und schützen vor Erosion. Aus diesem Grund unterliegen viele Bäume in Deutschland gesetzlichen Schutzregelungen.

Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen sind:

Vor allem kommunale Baumschutzsatzungen regeln, ob eine Baumfällung genehmigungspflichtig ist. Diese Satzungen unterscheiden sich teilweise deutlich – sowohl hinsichtlich der geschützten Baumarten als auch beim Stammumfang.

Wann ist eine Baumfällung genehmigungsfrei?

Ob eine Baumfällung genehmigungsfrei durchgeführt werden darf, hängt in erster Linie von folgenden Faktoren ab:

1. Stammumfang des Baumes

Viele Städte knüpfen die Genehmigungspflicht an den Stammumfang in 1 Meter Höhe über dem Boden. Häufige Schwellenwerte sind:

  • 60 cm Stammumfang
  • 80 cm Stammumfang
  • 100 cm Stammumfang

Liegt der Baum unterhalb dieser Grenze, kann die Baumfällung genehmigungsfrei sein. Wichtig: Bei mehrstämmigen Bäumen werden die Umfänge oft zusammengerechnet.

2. Baumart

Nicht alle Bäume unterliegen automatisch denselben Schutzbestimmungen. Ob eine Baumfällung genehmigungsfrei oder genehmigungspflichtig ist, hängt häufig auch von der jeweiligen Baumart ab.

Typischerweise gilt:

  • Bestimmte Baumgruppen sind in einigen kommunalen Satzungen ausdrücklich von der Genehmigungspflicht ausgenommen.
  • Andere Baumarten fallen nur unter den Schutz, wenn sie bestimmte Kriterien wie Stammumfang oder Standort erfüllen.
  • Es gibt zudem Arten, die unabhängig von Größe oder Alter einem besonderen Schutzstatus unterliegen können.

Hier lohnt sich ein Blick in die örtliche Satzung oder eine Rückfrage beim zuständigen Umweltamt.

3. Standort des Baumes

Ein Baum im reinen Wohngebiet wird häufig anders bewertet als ein Baum:

  • in einem Landschaftsschutzgebiet
  • in einem Naturschutzgebiet
  • im Außenbereich
  • auf einem gewerblich genutzten Grundstück

Je sensibler das Gebiet, desto wahrscheinlicher ist die Baumfällung genehmigungspflichtig.

4. Kein Schutz durch Satzung

In Gemeinden ohne Baumschutzsatzung ist die Baumfällung oft genehmigungsfrei – allerdings nur außerhalb der gesetzlich geschützten Zeiträume.

Wann ist eine Baumfällung genehmigungspflichtig?

Eine Baumfällung ist genehmigungspflichtig, wenn mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Der Stammumfang überschreitet den in der Satzung definierten Grenzwert.
  • Der Baum steht unter besonderem Schutz (z. B. als Naturdenkmal).
  • Der Baum befindet sich in einem Schutzgebiet.
  • Es handelt sich um eine Ersatzpflanzung, die Teil einer früheren Auflage war.

In diesen Fällen müssen Sie vor der Fällung einen Antrag bei der zuständigen Behörde stellen. Eine eigenmächtige Fällung kann empfindliche Bußgelder nach sich ziehen – teilweise im vier- oder fünfstelligen Bereich.

Wann darf ein Baum gefällt werden? – Die Rolle der Jahreszeit

Unabhängig davon, ob die Baumfällung genehmigungsfrei oder genehmigungspflichtig ist, gilt bundesweit eine zeitliche Einschränkung.

Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz dürfen Bäume grundsätzlich nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 28./29. Februar gefällt werden.

Warum diese Regelung?

In der Zeit von März bis September brüten viele Vogelarten in Bäumen und Hecken. Das Gesetz schützt diese Lebensräume.

Ausnahmen gelten nur bei:

  • akuter Gefährdung (z. B. Sturmbruch)
  • behördlicher Ausnahmegenehmigung
  • Verkehrssicherungspflicht

Das bedeutet: Selbst wenn Ihre Baumfällung genehmigungsfrei ist, dürfen Sie außerhalb des erlaubten Zeitraums in der Regel nicht fällen.

Sonderfälle: Gefahr im Verzug

Ein häufiger Sonderfall betrifft Bäume, die eine akute Gefahr darstellen, etwa:

  • stark geschädigte oder abgestorbene Bäume
  • massive Schiefstellung nach Sturm
  • Pilzbefall mit Bruchgefahr

Hier kann eine sofortige Fällung zulässig sein. Dennoch empfehlen wir dringend:

  • Dokumentieren Sie den Zustand mit Fotos.
  • Informieren Sie vorab die zuständige Behörde.
  • Ziehen Sie einen Fachbetrieb hinzu, der die Gefährdung fachlich einschätzt.

So vermeiden Sie spätere rechtliche Auseinandersetzungen.

Der Weg zur Genehmigung – Schritt für Schritt

Ist Ihre Baumfällung genehmigungspflichtig, läuft das Verfahren meist folgendermaßen ab:

1. Antrag stellen

Beim zuständigen Umweltamt oder der Naturschutzbehörde reichen Sie ein:

  • Formular zur Baumfällung
  • Lageplan des Grundstücks
  • Angaben zu Baumart und Stammumfang
  • Begründung der Fällung

2. Vor-Ort-Termin

Oft prüft ein Mitarbeiter der Behörde den Baum direkt vor Ort.

3. Entscheidung und Auflagen

Mögliche Ergebnisse:

  • Genehmigung ohne Auflagen
  • Genehmigung mit Ersatzpflanzung
  • Ablehnung

Ersatzpflanzungen sind üblich, wenn ein gesunder, schützenswerter Baum entfernt wird.

Typische Gründe für eine genehmigte Baumfällung

Die Behörden wägen zwischen Naturschutz und Eigentümerinteresse ab. Häufig akzeptierte Gründe sind:

  • Krankheit oder irreversible Schädigung
  • Bauvorhaben mit genehmigter Planung
  • Unzumutbare Beeinträchtigung (z. B. massive Gebäudeschäden durch Wurzeln)
  • Verkehrssicherungspflicht

Reine Gründe wie „zu viel Laub“ oder „nimmt Licht weg“ reichen in der Regel nicht aus.

Praxisbeispiele aus dem Gartenbau

Aus unserer Erfahrung als Gartenbau-Fachbetrieb erleben wir regelmäßig folgende Situationen:

Beispiel 1: Der zu groß gewordene Ahorn

Ein 25 Jahre alter Baum überschreitet deutlich den zulässigen Stammumfang. Die Baumfällung ist genehmigungspflichtig. Nach Prüfung wird die Fällung genehmigt – allerdings mit der Auflage einer Ersatzpflanzung.

Beispiel 2: Kranker Obstbaum

Ein alter Apfelbaum mit geringem Stammumfang in einer Kommune ohne Baumschutzsatzung. Ergebnis: Baumfällung genehmigungsfrei – unter Beachtung des zulässigen Zeitraums.

Beispiel 3: Sturmgeschädigte Fichte

Nach einem Herbststurm neigt sich der Baum stark Richtung Haus. Hier greift die Verkehrssicherungspflicht. Die Behörde wird informiert, die Fällung erfolgt kurzfristig.

Diese Beispiele zeigen: Jeder Fall ist individuell.

Checkliste: Darf ich meinen Baum fällen?

Bevor Sie handeln, prüfen Sie folgende Punkte:

  1. Gibt es eine Baumschutzsatzung in Ihrer Kommune?
  2. Welchen Stammumfang hat der Baum?
  3. Handelt es sich um eine geschützte Art?
  4. Befindet sich der Baum in einem Schutzgebiet?
  5. Ist der gesetzliche Fällzeitraum eingehalten?
  6. Liegt eine Gefährdung vor?

Erst wenn diese Fragen geklärt sind, wissen Sie, wann ein Baum gefällt werden darf.

Warum eine fachliche Begleitung sinnvoll ist

Selbst wenn eine Baumfällung genehmigungsfrei erscheint, können Detailregelungen übersehen werden. Ein professioneller Garten- und Landschaftsbaubetrieb:

  • prüft die rechtlichen Rahmenbedingungen
  • unterstützt bei Anträgen
  • dokumentiert Gefahrenlagen
  • führt die Fällung sicher und fachgerecht durch
  • berät zu Ersatzpflanzungen

Gerade bei größeren Bäumen ist auch die technische Umsetzung anspruchsvoll. Seilklettertechnik, Kranfällung oder abschnittsweises Abtragen erfordern Erfahrung und Spezialausrüstung.

Fazit: Sicherheit geht vor – rechtlich und praktisch

Ob eine Baumfällung genehmigungsfrei oder genehmigungspflichtig ist, hängt von mehreren Faktoren ab: Standort, Baumart, Stammumfang, Schutzstatus und Jahreszeit.

Unser Rat: Prüfen Sie die rechtliche Lage sorgfältig oder lassen Sie sich beraten, bevor Sie tätig werden. So vermeiden Sie Bußgelder, schützen die Umwelt und sorgen gleichzeitig für Sicherheit auf Ihrem Grundstück.

Wenn Sie unsicher sind, unterstützen wir Sie gerne mit fachlicher Einschätzung und begleiten Sie durch den gesamten Prozess – von der Prüfung der Genehmigungspflicht bis zur fachgerechten Durchführung der Baumfällung.

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